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Vom Kaspischen Meer in den Kaukasus zum Sewansee
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MONAT |
TAGE |
DISTANZ |
BERGAUF |
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| 2026 |
JUL |
12 |
1020 KM |
11646 HM |
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ASERBAIDSCHAN |
GEORGIEN |
ARMENIEN |
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| Baku-Sumquayt | 42 km | 325 Hm |
| Sumquayt-Samaxi | 125 km | 1519 Hm |
| Samaxi-Gabala | 90 km | 1367 Hm |
| Gabala-Shaki | 86 km | 753 Hm |
| Shaki-Balakan | 98 km | 842 Hm |
| Balakan-Lagodechi-Eniseli | 79 km | 630 Hm |
| Eniseli-Telawi-Gombori Pass-Tiflis | 117 km | 1788 Hm |
| Tiflis-Marneuli-Sadakhlo-Neghots | 101 km | 1102 Hm |
| Neghots-Vanadsor-Dilidschan | 101 km | 1550 Hm |
| Dilidschan-Chambarak-Sevansee (WishupShore) | 71 km | 1355 Hm |
| WishupShore-Sevan | 40 km | 50 Hm |
| Sevan-Yerewan | 70 km | 365 Hm |
| | 1020 km | 11646 Hm |
Bilder zur Tour
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Reisebericht
Die Fortsetzung der Tour von Istanbul nach Erewan, der Lückenschluss zum Kaspischen Meer.
Die noch immer vorherrschenden politischen Widrigkeiten in der Region, zwangen mich die Tour in umgekehrter Richtung anzugehen. Kurzerhand flog ich nach Baku in Aserbaidschan.
Allgegenwärtiger Ölgeruch liegt in der schweren, feucht-heißen Luft. Auf der Halbinsel und vor den Toren Bakus hämmern unablässig die Ölpumpen das Schwarze Gold aus dem Boden.
Ich starte meine Reise in der kleinen, aber feinen Altstadt Bakus. Ein Schwenk über die Promenade am Kaspischen Meer, verlasse ich im Schatten der markanten Flametowers die glitzernde Metropole, mache mich auf den Weg zur nördlichen Seite der Abseron Halbinsel nach Sumqayit. Ein fast schon mondän wirkende Badeort am Kaspischen Meer, mit Seebrücke und riesiger Promenade. Der Strand deutlich zurückgezogen und vormaliger Meeresboden, zeugen von einer fortschreitenden Verdampfung des Binnenmeeres.
Einmal im Kaspischen Meer schwimmen, gönne ich mir eine Einheit im brackig dampfenden Gewässer, bevor es in die aserbaidschanische Steppe geht.
Langsam, aber stetig steigt die Straße an und bringt mich aus dem drückenden Kessel des Kaspischen Meeres höher in die Ausläufer des Kaukasus.
Heiß ist die Luft und ausgedörrt die Landschaft. Ein paar wenige kleinere Ortschaften liegen auf dem Weg, dann ist nach einem langen Tag Xamaxi erreicht.
An einem Supermarkt werden gerade Melonen angeliefert. Eine davon landet in meiner Packtasche, mein Abendessen, eh ich erschöpft im Hotel ankomme.
Mit der Stadt Xamaxi ändert sich die Landschaft. Es wird grüner, die Steppenlandschaft rückt in den Hintergrund. Unter kühlenden Bäumen reihen sich unwiederstehlich Teestuben aneinander.
Über Gabala erreiche ich Shaki. Die sehenswerte Stadt, an der historischen Seitenstraße, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Mit den Caravansereien und dem Khanspalast sind noch einige Spuren sichtbar.
Ich fahre weiter nach Westen. Die Gegend ist spektakulär. Zur Rechten, auf Tuchfühlung zum nahen Dagestan, erheben sich die tiefgrün bewaldeten Berge des Kaukasus, zur linken blickt man hinunter in die weite, trockene Ebene.
Für ein kurzes Stück verlasse ich die Hauptroute, erreiche auf alter Zufahrt und über eine betagte, aber beindruckende Stahlbrücke das gemütliche Städtchen Quax.
Es ist nicht mehr weit bis Balakan, der letzten Stadt vor der Grenze, dann liegt Aserbaidschan bereits hinter mir.
Bei Lagodechi wird die Grenze nach Georgien passiert und es geht nun durch das Weinbaugebiet Kachetiens. In Sichtweite der Berge erstrecken sich die Weinfelder, dazwischen kleine Weingüter. Ich fühle mich in Südtirol.
Das Weindorf Eniseli ist mein Tagesziel, wo ich bei einer Familie übernachte. Man ist Selbstversorger und so kommt allerlei aus dem Garten auf den Tisch, und natürlich, reichlich vom selbstgekelterten georgischen Wein.
Noch etwas unsicher auf dem Rad, strampele ich tags darauf nach Telawi. Hier beginnt der Anstieg zum Gombori-Pass. In gemächlicher, aber steter Steigung, geht es auf 1620m. Der Pass selbst ist unspektakulär, und so lege ich ohne langem Verweilen das vordere Kettenblatt um und stürze mich in die lange Abfahrt hinunter nach Tiflis.
Von vorn bläst mir der Wind den Dreck der Straße ins Gesicht, links donnert der Verkehr vorbei, zur rechten jagen die Straßenköter hinter her. Endlos strampel ich durch die Vororte bis endlich das Zentrum von Tiflis erreicht ist.
Kaum wiederzuerkenne ist die Altstadt seit einem letzten Besuch. Touristen bevölkern die engen Gassen, es gibt ein enormes gastronomisches Angebot. Ich bleibe zwei Tage und lasse Tiflis auf mich wirken.
Ich will weiter. Um die stark frequentierte Hauptverkehrsroute nach Süden ein Stück zu vermeiden, geht es von der Altstadt direkt den Hausberg hinauf und aus Tiflis hinaus. Ein paar Dörfer und eine Gravel-Einlage später, zwingt mich die Alternativlosigkeit an Routen dann doch auf die verkehrsreiche Straße nach Marneuli.
In dem von einer aserbaidschanischen Minderheit bevölkerten Teil Georgiens prägen die bekannten Teestuben wieder das Ortsbild. Dann erreiche ich die Grenze zu Armenien.
Aufgrund des aserbaidschanischen Stempels im Pass, möchte man mich mal wieder erst einmal nicht einreisen lassen. Diskussionen der Beamten, der Ärger der hinter mir wartenden Reisenden beenden das Prozedere und der Einreisestempel findet den Weg in den Pass.
Am Fluß Debed entlang geht es nach Armenien hinein. Immer tiefer schneidet sich das Tal in die rötliche Felslandschaft.
An einem unspektakulär wirkenden Magazin (kleiner Laden) decke ich mich mit dem Nötigsten ein, und erfahre die armenische Herzlichkeit. Laden und Wohnraum zugleich, werde ich zu Kaffee und Süßem eingeladen.
Immer dem spektakulären Flußtal folgend erreiche ich Vanadsor und einem leicht zu fahrenden Bergübergang schließlich das touristisch geprägte Dilidschan.
Viel Verkehr und einen Tunnel meident, entschließe ich mich in einem Bogen weiter nördlich zum Sevansee zu radeln, und erfahre so die völlige Ruhe und Ursprünglichkeit einer abgeschiedenen Gegend. Auf zweitausend Meter überschreite ich den Höhenkamm und Blicke auf den nur wenig unterhalb liegenden, in der Abendsonne glitzernden Sevansee.
Der See, eingebettet zwischen den Bergen des südlichen Kaukasus, ist ein Ort zum längeren verweilen, das östliche Ufer so gut wie menschenleer.
Von der angehnemen Frische am Sevansee geht es schließlich hinunter in die drückende Hitze nach Yerevan. Eine Lücke schließt sich, die Fortsetzung der Reise in den Osten kann weiter gehen...
Tour#32 Baku-Yerewan
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